Policy-Explainer · Diagnose-Tool · Reform-Sandbox

Grenzbelastungs-Simulator

Visualisiere, wo zusätzliche Arbeit in Deutschland am stärksten entwertet wird – und trenne dabei bewusst zwischen Status-quo-Diagnose und Reform-Sandbox.

Reformziel
  • BBG-Klippen glätten – sanfter Taper statt harter Klippe
  • SV-Aufkommen (RV/KV/PV/AV) aufkommensneutral kalibriert; LSt-Kompensation ebenfalls aufkommensneutral (Phase 2)
  • Sätze automatisch kalibriert an Destatis-Einkommensverteilung 2024
  • LSt-Kompensation (Phase 2) hält SV-Beitrag + Kompensation rechnerisch konstant bei reformRate·Brutto; der SV-Anteil läuft dabei asymptotisch aus (nie ganz auf 0) statt an einem festen Punkt zu enden — dadurch kein struktureller Cliff mehr, auch nicht am früheren Taper-Ende

Nutzungsmodus

Status quo und Reform bewusst getrennt lesen

Die GitHub-Neuerungen bleiben erhalten; der lokale UX-Refactor trennt jetzt zusätzlich sauber Diagnose und Sandbox.

Aktiver Modus

Zuerst Diagnose, dann Urteil

In diesem Modus lesen Sie die blaue Kurve als eigenständige Diagnose des Status quo. Die Reform bleibt bewusst im Hintergrund, bis die Ausgangsprobleme klar sind.

Schlimmste Zone · Status quo
Schlimmste Zone · Reform
Netto von +100 € brutto
am Fokus-Einkommen
Reform-Delta am Fokus
jährliches Netto-Delta

Grenzbelastung über dem Bruttoeinkommen

Status quo vs. Reform

Status quo Reform Schwellen ▓ Taper-Zone
RV KV PV AV LSt · Transparent = Status quo · Opak = Reform
Reform: mehr Netto Reform: weniger Netto · Färbung nach Gesamt-Netto-Delta, nicht nach Einzelkomponente

Zuerst lesen

1. Status quo verstehen

Suchen Sie zuerst die problematische Zone im heutigen System: wo steigt die Grenzbelastung besonders stark und wie wenig bleibt vom nächsten verdienten Euro?

Dann vergleichen

2. Reform nur als Vergleichsschicht

Lesen Sie die Reform danach als Gegenprobe: wird dieselbe Spitze nur verschoben oder wirklich flacher? So bleibt die Reform ein Test und nicht die Ausgangserzählung.

Interpretation

Modellannahmen

  • 2026-ESt nach § 32a EStG, vereinfacht über angenähertes zvE.
  • SV 2026: Arbeitnehmeranteile, BBG KV/PV 69.750 €, RV/AV 101.400 €.
  • BBG-Fadeout: Start 22 % vor BBG, danach exponentiell auslaufend (nie exakt 0; aus Praktikabilität unterhalb 1 % der Ausgangsrate auf 0 gerundet), aufkommensneutral kalibriert.
  • Einkommensverteilung: Destatis/IAB-Näherung 2024 (21 Stützpunkte).
  • Bürgergeld: vereinfachte Bedarfs- und Anrechnungslogik.
  • Phase 2 umgesetzt: Wenn LSt-Toggle aktiv ist, erhebt die Lohnsteuer oberhalb von ts genau die Differenz zwischen reformRate·Brutto und dem tatsächlich eingezogenen SV-Beitrag (reformRate·Brutto − svContribution(Brutto)). Dadurch ist reform_total_marginal = reformRate konstant für jedes Bruttoeinkommen oberhalb ts — unabhängig vom genauen Verlauf des Fadeouts, also ohne Bruchstelle an einem festen Punkt. Aufkommensneutrale Flat-Entlastung (Ø über INCOME_CDF) kalibriert. Bekannte Grenzen: Da die SV-Sätze sich asymptotisch 0 nähern, übernimmt die Lohnsteuer-Kompensation für sehr hohe Einkommen praktisch den vollen früheren SV-Satz dauerhaft — der BBG-Vorteil wird also eher in die Lohnsteuer verschoben als real gewährt. Bürgergeld-Wechselwirkungen, Midijob-Zone und SV-Entlastung unter 36k/60k sind nicht kompensiert (erzeugen jeweils eigene Cliffs bei ihren Auslaufpunkten).

Quellenanker

  • § 32a EStG 2026: Grundfreibetrag 12.348 €, Tarifzonen
  • TK 2026: KV 14,6 %, RV 18,6 %, PV 3,6 %, AV 2,6 %, Zusatzbeitrag konfigurierbar
  • BBG 2026: KV/PV 69.750 €, RV/AV 101.400 €
  • Destatis Verdiensterhebung 2023 / IAB-Beschäftigungsstatistik: Einkommensverteilung
  • Finanzfluss-Analyse: Grenzbelastungs-Klippen und Fehlanreize